Wie neue Medien das Lernen verändern

Wissen in unserer Gesellschaft wird immer kurzlebiger und detaillierter. Das gesamte Wissen der Menschheit explodiert förmlich und jeder Einzelne kann nur noch einen winzigen Bruchteil des Gesamten überblicken. Umso wichtiger ist es, dass jede Person das richtige Wissen zur Verfügung gestellt bekommt um seine Aufgabe zu erfüllen. Dabei veraltet Wissen im Zeitalter der Globalisierung auch immer schneller und lässt sich nicht mehr nur durch eine zeitlich begrenzte Berufsausbildung erlagen, Mitarbeiter müssen Up-To-Date gehalten werden, damit sie ihre Aufgabe optimal erledigen können. Die schnelle, elektronische Kommunikation und Distribution von E-Learning ist hierzu bestens geeignet.

Warum E-Learning?

Die Nachteile des heutigen Systems aus Fortbildungen in Seminaren liegen klar auf der Hand: Die Kosten sind groß, da oft lange Reisen für einzelne Teilnehmer nötig sind. Die Arbeitskraft der Ausgesandten fehlt an ihrem sonstigen Arbeitsplatz und bei einer Schulung durch externe Seminarleiter sind die vermittelten Inhalte nicht optimal auf die Bedürfnisse des eigenen Betriebes ausgerichtet. Zusätzlich müssen in kurzer Zeit große Mengen an Informationen aufgenommen werden, die dann im weiteren Alltag alle auf einmal umgesetzt werden sollen. Wirkungsvoller ist es, wenn nach der Vorstellung einer neuen Methode oder eines neuen Modells als Nächstes eine Erprobungsphase stattfindet, nach der ein Feedback gegeben werden sollte. In einer weiteren Lerneinheit kann dann auf das Umgesetzte aufgebaut werden.

Doch das sind nur die Nachteile des Lernens, das böse als „Seminartourismus“ verschrien wird. Das E-Learnung bietet weitere Vorteile. Neben Medien wie Abbildungen, Videos oder Tondateien, die hier eingebunden werden können, ist eine Vernetzung der Lernenden, auch nach dem Lernangebot, durch ein Online-Portal möglich.

Die Gamifikation von Problemen durch eine Simulation oder ein Spiel über das angesprochene Thema sorgt für einen Lerneffekt der gleichzeitig auch Spaß macht. Zudem ist eine individuelle und ansprechende Darstellung der Lerninhalte möglich, so dass jeder Einzelne sich gerne auf einer Lernplattform bewegt. Motivation bringen zusätzlich Anreize wie ein Punktesystem zum Lernstand oder Auszeichnungen für gute Leistungen.

Zusätzliche Inhalte einer Lernplattform

Neben den Kursen in übersichtlicher Form, bietet es sich an bei der Erstellung einer Lernplattform noch andere Dienste in das Onlineangebot zu integrieren. So kann die Buchung der herkömmlichen Seminare über diese Plattform organisiert werden, um so eine Menge Verwaltungsaufwand zu sparen. Zu jedem angebotenen Lernmodul sollten außerdem Fragen zur Überprüfung des Lernstandes sowie weiterführende Literatur zum Selbststudium vorhanden sein.

In unserem Zeitalter der Digitalisierung gibt es außerdem eine Reihe von Tools, um den Lernbedarf einer Person in verschiedenen Bereichen automatisch zu analysieren. Das Angebot reicht hier von digitalen Mentoren bis hin zu Online-Assessments. Wird der Aufwand betrieben, ein solches System einzurichten, dann kann das Lernangebot optimal auf die Bedürfnisse des jeweiligen Mitarbeiters angepasst werden.

Eine weitere Möglichkeit des E-Learning ist Online und Offline zu verbinden, indem sich in einem Kurs beides miteinander vereint. Es gibt zwei verschiedene Strukturen, die hierbei angewendet werden können:

  • Das vorgeschaltete Lernen, bei dem die Online-Kurse absolviert werden müssen bis zu einem festgelegten Zeitpunkt. Hier wird die theoretische Grundlage des Kursinhaltes gelehrt. Nachfolgend gibt es eine offline Gruppenarbeit oder eine praktische Anwendung um das Wissen zu vertiefen. Es wird dabei vermieden, dass ein Seminar mit einem mehrstündigen, trockenen Wissensteil anfängt, dem eh niemand wirklich folgt.
  • Das nachgeschaltete Lerne, bei dem nach einem Offline-Seminar weitere oder vertiefende Inhalte im Web angeboten werden. Dies kann auch dazu genutzt werden, um dem Mitarbeiter immer wieder Aktualisierungen des Themas zugänglich zu machen oder einen Austausch über die Umsetzung des Themas über Foren fördern.

Foren, Communities of Practice und Newsgroups

Das Abarbeiten von Lernmodulen im Internet hat einen entscheidenden Nachteil gegenüber dem Lernen in einem Klassenraum: Die Kommunikation fehlt. Eine optimale Ergänzung zu angebotenen Kursmodulen sind deshalb Online-Foren und Newsgroups.

In Foren können von den Mitgliedern der Lernplattform Fragen und Gedanken zu verschiedenen Themen ausgetauscht werden. Hier ist es wichtig die angebotenen Foren zu Strukturieren und Moderieren, um zu verhindern, dass sich bereits gestellte Fragen wiederholen oder sich Diskussionen im Kreis drehen. Der Vorteil ist, dass von dem umfangreichen Wissen der anderen profitiert wird. Eine konkret gestellte Frage wird nur von dem beantwortet, der die Antwort kennt, ein langes Suchen in Anleitungen und Beschreibungen wird so unnötig.

In Communities of Practice werden die gelernten Inhalte angewendet und Probleme sowie Ideen der Umsetzung diskutiert, sie sind somit ein Teil eines Forums, das die Lerninhalte ergänzt.

Anders funktionierten Newsgroups: Hier werden zu einem abgegrenzten Thema, etwa einem Projekt, von den Nutzern kurze Nachrichten in chronologischer Reihenfolge angezeigt. Dies kann etwa der Abschluss eines Projektabschnitts sein oder das Auftauchen eines neuen Problems oder einer Verzögerung. In Verbindung mit Lernmodulen kann es sich um Erfahrungen oder Schwierigkeiten mit der Umsetzung neuer Inhalte handeln. Jeder der Newsgroup-Nutzer kann sich so schnell über den aktuellen Stand informieren. Auch diese Art der Kommunikation ist eine Form von Lernen in einer Gruppe, da jeder Einzelne von den Erfahrungen der anderen profitiert.

Mit den Möglichkeiten der drei Online-Kommunikationsformen bietet es sich an digitale Projektarbeitsgruppen zu gründen, Qualitätszirkel oder Zukunftslabor-Workshops zu organisieren oder ein Vorschlagwesen zu etablieren. Diese Ergänzungen machen aus einer reinen Lernplattform eine Community, in der jeder mitarbeiten kann, um die Wissensbasis des Unternehmens zu erweitern.

 

(1) Breitner, Michael; Hoppe, Gabriela: E-Learning. Einsatzkonzepte und Geschäftsmodelle; Heidelberg: Physica-Verlag (2005)

 (2) Gerlach, Stephanie, Squarr, Inga: Methodenhandbuch für Softwareschulungen; Berlin, Heidelberg: Xpert.press. Springer Vieweg (2015)

 (3) Magnus, Stefan: E-Learning. Die Zukunft des digitalen Lernens im Betrieb; Wiesbaden: Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH (2001)

Umzug des Lernprogramms “CAPE”

Wir haben angefangen den internen Bereich der Website umzustrukturieren und mit vielen neuen Informationen zu erweitern. Zunächst ist das Online-Lernprogramm “CAPE” umgezogen und nun in diese Website integriert. Dies umfasst Lernmodule zu Grundlagen und Methoden der Themen:

  • beherrschten Fertigung
  • Lean Production
  • Projektmanagement

Neben den Lerninhalten werden Übungsaufgaben, Quizze, Formularvorlagen und Platz zum Diskutieren der einzelnen Themen angeboten. Durch die abwechslungsreiche Gestaltung kann das Gelernte vertieft und damit besser behalten werden.

Wenn sie Mitglied des Forums sind und noch keine Zugangsdaten haben, dann melden Sie sich bei uns, um am “CAPE” teilzunehmen.

Umfrage

Zur möglichst anwendungsnahen Ausrichtung unseres Forums haben wir eine Umfrage erstellt, die nun hier auf unserer Website veröffentlicht wurde. Mit Hilfe Ihrer Antworten wollen wir in Erfahrung bringen, an welchen Themengebieten der Kompetenzentwicklung aus Ihrer Sicht ein besonderes Interesse besteht.

Natürlich dürfen Sie auch an der Umfrage teilnehmen, wenn Ihr Unternehmen nicht Mitglied unseres Forums ist. Wir freuen uns über eine rege Beteiligung, denn je mehr Antworten wir erhalten, desto präziser können wir unser Angebot an dem Bedarf der Industrie ausrichten.

Neues Mitglied im Industrieforum

Wir freuen uns, mit der SPERLING INFO Design GmbH unser neuestes Mitglied vorstellen zu können.

Kernkompetenz der SPERLING INFO Design GmbH ist die Visualisierung von technischen Zusammenhängen und Handlungsabfolgen.

Insbesondere im Bereich des Wissensmanagements und des E-Learnings ergeben sich hieraus in Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedern interessante Möglichkeiten für das Forum.

2. Workshop am 08.12.2016 veranstaltet

Am 08. Dezember 2016 wurde in dem Räumen des IFWs der 2. Workshop im Rahmen des Forums veranstaltet, Anwesend waren Mitglieder und interessierte Unternehmen.

Es wurden die aktuellen Projekte vorgestellt und in anschließenden Diskussionen Projektideen entwickelt, die die Grundlage für die folgende Zusammenarbeit mit den Mitgliedern bilden.